Aki Basho 2026, Tag 1 Makuuchi: Atamifuji auf der  Ozeki-Jagd

Das Aki Basho 2026 ist eröffnet. Heute war der erste Tag der Herbstsaison im Ryogoku Kokugikan in Tokyo – und obwohl West-Yokozuna Hoshoryu fehlt, lag Spannung über dem Dohyo. Ost-Yokozuna Onosato, das Ozeki-Trio und die neuen Gesichter im Sanyaku (die drei Ränge direkt unter dem Yokozuna) lieferten einen Auftakt, der die Richtung der nächsten zwei Wochen bereits andeutet.

Der leere Platz neben Onosato

Noch vor dem ersten Kampf veröffentlichte die Nihon Sumo Kyokai die Diagnoseblätter der kyujo-Rikishi (Rikishi, die das Turnier pausieren). Hoshoryu nimmt nicht am Aki Basho teil. Die Diagnose vom 10. September lautet: Verletzung des inneren Seitenbands am rechten Knie, Operation am 29. Juli, voraussichtlich rund drei Wochen Rehabilitation (wir berichteten hier und hier).

Es ist sein drittes Basho in Folge ohne komplette Teilnahme und der fünfte Kyujo in zehn Turnieren als Yokozuna. Das tut weh – für ihn, und für alle, die seinen dynamischen Stil lieben. Gute Besserung, Hoshoryu! Der Platz im Westen bleibt vorerst leer. Onosato trägt die Yokozuna-Last allein.

Ebenfalls kyujo: Wakatakakage (M12 Ost) nach den Notoperationen am linken Oberschenkel im Juli sowie (wir berichteten hier und hier) und Wakanosho (M16 West). Beide fehlen voraussichtlich das gesamte Turnier.

Onosato gewinnt – und diskutiert wird trotzdem

Der erste große Kampf des Tages war kein Spaziergang. Onosato traf auf den wieder aufgestiegenen Komusubi Daieisho. Mit einem Hatakikomi sicherte sich der Yokozuna den Sieg – auf einem Bein balancierend, am äußersten Rand des Dohyo.

Das Duell steht damit 10:1 für Onosato. Und trotz Sieg diskutierten japanische Kommentatoren offen über den Stil: weniger Vorwärtsdruck, mehr Ziehen. Die nächsten zwei Wochen zeigen, ob aus dem knappen Auftakt wieder das gewohnte, treibende Sumo wird.

Das Ozeki-Trio macht seine Hausaufgaben

Während Onosato zittern musste, wirkten die drei Ozeki ruhig und klar.

Kirishima, der zum zweiten Basho in Folge auf die Yokozuna-Beförderung hinarbeitet, warf Kotoshoho mit einem sauberen Uwatenage aus dem Ring. Kein Spektakel um des Spektakels willen – ein kontrollierter, reifer Sieg.

Aonishiki, 22 Jahre alt und nach dem Yusho in Nagoya wieder Ozeki, zwang Kotoeiho per Yorikiri über den Rand. Der linke Knöchel hatte das Keiko vor dem Basho eingeschränkt. Umso wertvoller war die gelassene linke Innenposition.

Kotozakura schickte Takayasu ebenfalls per Yorikiri nach draußen. Takayasu war nach der Adduktor-Verletzung Ende August mit dem Ziel angetreten, das Aki Basho zu bestreiten. Der erste Tag endete schwarz – aber die Teilnahme selbst ist bereits ein Statement.

Atamifuji auf dem Weg zum Ozeki

Wer am Sonntag das klarste Bild einer Mission ablieferte, war Sekiwake Atamifuji. Gegen Gonoyama (M3) griff er früh nach dem Mawashi, blieb ruhig und beendete den Kampf per Yorikiri.

Der Mission ist klar, der Weg ebenso: Nach 9 Siegen im Natsu-Basho als neuer Sekiwake und 12 Siegen in Nagoya fehlen ihm für die klassische Ozeki-Marke von 33 Siegen in drei Basho noch 12. Ein Auftaktsieg ist zwar noch keine sichere Beförderung, aber der richtige erste Schritt.

Neben ihm gewann auch der Shin-Sekiwake Fujinokawa sein Debüt: per Yorikiri gegen Yoshinofuji. Der Shin-Komusubi Hakunofuji dagegen verlor sein Sanyaku-Debüt gegen Churanoumi per Yorikiri.

Zwei Brüder, ein unvergesslicher Tag

Im unteren Bereich der Banzuke schrieb das Aki Basho eine kleine, große Geschichte. Asasuiryu, 26, bestritt seinen ersten Kampf in der Makuuchi und gewann. Chiyoshoma traf ihn zu Beginn hart am Unterarm, doch Asasuiryu fand den linken Griff und entschied per Yorikiri.

Kurz darauf siegte auch der ältere Bruder Asakoryu – per Shitatenage gegen Tobizaru. Zum ersten Mal auf der großen Bühne der Makuuchi reichten sich die beiden das Chikaramizu, das Kraftwasser vor dem Kampf. Laut Berichten ist das das 14. Bruderpaar der Sumo-Geschichte, das am selben Tag in der Makuuchi mit einem Sieg startet.

Weitere Highlights: Asanoyama sicherte sich gegen Ichiyamamoto den linken Innengiff und siegte per Yorikiri. Tokihayate, zurück in der Makuuchi, bezwang den Debütanten Toshinofuji mit einem Sukuinage. Shonannoumi unterlag zum Wiederaufstieg Dewanoryu.

Die Ergebnisse der oberen Ränge:

SiegNiederlageKimariteNotiz
Onosato (Y)Daieisho (K)Hatakikomiknapp am Ringrand
Kirishima (O)Kotoshoho (M1)UwatenageTsunatori-Auftakt
Kotozakura (O)Takayasu (M2)Yorikirisolide Ozeki-Form
Aonishiki (O)Kotoeiho (M1)YorikiriOzeki-Rückkehr
Atamifuji (S)Gonoyama (M3)YorikiriOzeki-Jagd beginnt
Fujinokawa (S)Yoshinofuji (M2)YorikiriSekiwake-Debüt
Churanoumi (M3)Hakunofuji (K)YorikiriKomusubi-Debüt verloren
Asanoyama (M6)Ichiyamamoto (M6)Yorikirilinker Innengiff
Asasuiryu (M15)Chiyoshoma (M14)YorikiriMakuuchi-Debüt
Asakoryu (M13)Tobizaru (M14)ShitatenageBruder-Doppelsieg
Tokihayate (M15)Toshinofuji (M16)SukuinageWiederaufstieg vs. Debüt

Quellen: Offizielle Ergebnisse und Diagnoseblätter der Nihon Sumo Kyokai; zeitgenössische Berichte zum Aki Basho 2026 (Nikkei, Sponichi, Yomiuri, Hochi) sowie die Tag-1-Zusammenfassung von Italianozeki. Alle Formulierungen sind eigene Texte.

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