Hier findet Ihr einen kleinen Überblick über die wichtigsten Begriffe. Die Liste wächst stetig.
(Eine Liste der Kimarite (Sumo Techniken) findet sich HIER)
Übersicht
C
Chanko/Chankonabe, Chanko-Cho, Chikaragami, Chikara-mizu, Chonmage
D
Danpatsu-shiki, Deshi, Dohyo, Dohyo-iri
I
Ichimon
J
Jinku, Jonidan, Jungyo, Juryo
K
Kachi-koshi, Kadoban, Keiko, Kenshokin, Kesho-mawashi, Kimarite, Komosubi, Kyujo
M
Maegashira, Maezumo, Make-koshi, Makushita, Makuuchi, Mawashi, Matta, Mono-ii
N
Nokotta
O
Oicho-mage, Okami-san, Oss, Oyakata, Ozeki
R
Rikishi, Ryogoku Kokugikan
S
Sagari, Sandanme, Sansho, Sanyaku, Sekitori, Sekiwake, Shikiri, Shikiri-sen, Shiko, Shikona, Shimpan, Shio-maki, Shokkiri
T
Tachi, Tachi-ai, Tachimochi, Tegata, Tokoyama, Torikumi, Toshiyori, Tsubekito, Tsuna, Tsuppari, Tsuyuharai
W
Wakamonogashira
Y
Yobidashi, Yoisho, Yokozuna, Yumitori, Yusho
B
番付
Banzuke
Reihenfolge-Liste, Nummern-Verzeichnis oder Rangliste
Die offizielle Rangliste der Sumo-Ringer (Rikishi) für ein bestimmtes Turnier. Wird nach jedem Honbasho neu erstellt und basiert auf den Ergebnissen des vorherigen Turniers. Sie wird in einer speziellen Sumo-Kalligrafie geschrieben.
Drei Tage nach dem Finale des letzten Tourniers beginnt ein Gyoji damit, auf einem schweren 110 x 80 cm großen Papier das Banzuke für das nächste Turnier per Hand zu zeichnen, was bis zu zwei Wochen dauern kann. Das Original wird dann verkleinert und gedruckt.

Siehe hierzu (Video):
Hier sieht man, wie die Banzuke gestempelt, gefaltet und verteilt wird (Credit: Tatsunami-beya):
Basho 場所
„Ort“ oder „Veranstaltungsort“
Die allgemeine Bezeichnung für ein Sumo-Turnier. Im Sumo-Kontext steht es für jedes Turnier, egal ob offiziell oder nicht. Häufig wird der Begriff jedoch als Kurzform für die großen offiziellen Turniere (Honbasho) verwendet.
C
Chanko ちゃんこ / Chankonabe ちゃんこ鍋
Chanko ist die allgemeine Bezeichnung für die Mahlzeiten, die in einem Sumo-Stall (Heya) zubereitet und gegessen werden – alles, was der Chanko-Cho kocht, wird als Chanko bezeichnet. Das bekannteste und typischste Gericht ist Chankonabe, ein herzhafter Eintopf (Nabemono) mit reichlich Proteinen (meist Huhn, Tofu, Fischbällchen), Gemüse, Pilzen und einer kräftigen Brühe, der in großen Mengen gegessen wird, um das notwendige Körpergewicht und die Kraft der Rikishi aufzubauen. Traditionell wird das Essen nach Rangfolge serviert: Die höherrangigen Rikishi und Gäste greifen zuerst zu, die jüngeren bekommen, was übrig bleibt; viele ehemalige Rikishi betreiben heute eigene Chanko-Restaurants.

Chanko-Cho ちゃんこ長
Der Koch in einem Sumo-Stall. Er ist in der Regel ein erfahrener, meist niederrangiger Rikishi, der die jüngeren Chanko-ban (Küchenhelfer) anleitet, die Mahlzeiten plant und für die Qualität des Chanko verantwortlich ist. Der Posten gilt als wichtige Aufgabe im Stallalltag, da die richtige Zubereitung der nährstoffreichen und kalorienreichen Mahlzeiten maßgeblich zum Kraftaufbau und zur Gewichtszunahme der Rikishi beiträgt.
Chikaragami 力紙
„Kraftpapier“
Das spezielle, unbeschriebene weiße Reispapier, das die Rikishi während der Shikiri-Phase benutzen.
Sie zerreißen es mit beiden Händen, reiben sich damit kräftig über Arme, Schultern, Brust und Gesicht und werfen die Reste dann auf den Dohyo. Dies soll Schweiß und Schmutz aufnehmen, die Hände trocknen und symbolisch „schlechte Energie“ oder Anspannung abwerfen.
Der rituelle Gebrauch von Chikaragami ist fester Bestandteil der psychologischen Vorbereitung vor dem Tachi-ai und wird von fast allen Rikishi in den oberen Divisionen durchgeführt.
Chikara-mizu 力水
„Kraftwasser“
Das rituelle Wasser, das ein Rikishi vor dem Kampf von seinem Tsukebito (oder einem anderen Helfer) gereicht bekommt.
Der Rikishi spült sich damit den Mund aus, spuckt es kräftig auf den Dohyo und trinkt manchmal auch einen kleinen Schluck – das soll den Körper reinigen, die Konzentration stärken und symbolisch Kraft verleihen.
Dieser Brauch gehört zur Shikiri-Phase und wird vor allem in den höheren Divisionen (Juryo und Makuuchi) praktiziert. Das Wasser wird traditionell in einer kleinen Schale oder einem Holzgefäß (oft mit einem Löffel aus Bambus) serviert.
Chonmage 丁髷
„kleiner Knoten“ oder „Pünktchen-Knoten“
Der Chonmage ist der traditionelle japanische Haarknoten (Topknot), der heute fast ausschließlich von Rikishi getragen wird und ein wichtiges Symbol der Sumo-Tradition darstellt.
Das Haar wird mit Bintsuke-Öl (einem parfümierten Öl-Wachs) eingefettet, zu einem Pferdeschwanz gebunden und dann zu einem Knoten auf dem Kopf gefaltet.
Im Gegensatz zur historischen Samurai-Version wird bei Rikishi der Scheitel meist nicht mehr kahl rasiert, sondern nur eventuell ausgedünnt (Nakazori), damit der Knoten besser sitzt. Höherrangige Rikishi (ab Juryo) tragen bei offiziellen Anlässen und der Dohyo-iri oft die aufwendigere, fächerartig ausgebreitete Variante Oicho-mage (Großer Ginkgo-Knoten), während der einfache Chonmage der Alltags- und Trainingsfrisur entspricht.
Siehe hierzu (Video):
Hier kann man sehen, wie ein Rikishi (Okaryu Kazuma) das erste Mal einen Chonmage frisiert bekommt (Credit: Tatsunami-beya):
D
Danpatsu-shiki 断髪式
„Haarabschneide-Zeremonie“
Die feierliche Abschieds- und Haar-Schneide-Zeremonie eines zurückgetretenen Rikishi, bei der symbolisch sein Chonmage (der traditionelle Topknoten) abgeschnitten wird.
Während der Zeremonie (meist im Ryogoku Kokugikan) treten nacheinander Familie, Freunde, Sponsoren, ehemalige und aktive Rikishi sowie Oyakata ans Podium und schneiden mit einer Schere jeweils eine kleine Strähne ab – unter Anleitung eines Gyoji. Den letzten und entscheidenden Schnitt führt der Oyakata (Stallmeister) des Rikishi aus.
Die Zeremonie markiert das endgültige Ende der aktiven Karriere als Rikishi und ist oft sehr emotional, da der Chonmage jahrelang das äußere Symbol des Sumo-Lebens war.
Deshi 弟子
„Schüler“ oder „Lehrling“
Deshi sind die jungen Rikishi, die einer Heya angehören und unter einem Oyakata trainieren.
Die Deshi leben zusammen in der Heya, trainieren gemeinsam und bilden eine Art „Familie“ unter der Leitung des Oyakata und der Okami-san. Auch ältere Rikishi werden manchmal noch als Deshi ihres Oyakata bezeichnet.
Dohyo 土俵
„Lehmsack“ oder „Erd-Ballen“
Der Name bezieht sich darauf, dass der Kampfplatz aus festgestampftem Lehm (Do) besteht und von Reistrohballen (Tawara) umgeben ist, die wie „Säcke“ oder „Ballen“ aussehen. Früher wurde der gesamte Ring tatsächlich aus mehreren Schichten Lehm und Strohsäcken aufgebaut – daher der Name „Lehmsack“.
Der Dohyo ist der heilige, quadratisch erhöhte Kampfplatz im Sumo. Er besteht aus festgestampftem Lehm, hat einen Durchmesser von 4,55 Metern und ist mit feinem Sand bestreut. Der Ring wird von 16–20 Reistrohballen (Tawara) umgrenzt, die teilweise in den Boden eingelassen sind.
Jeder Dohyo wird vor einem Turnier neu gebaut und rituell von einem Shinto-Priester gereinigt (Dohyo-matsuri). Der Kampf endet, sobald ein Rikishi den Dohyo verlässt oder irgendeinen Körperteil außer den Fußsohlen berührt.
Der Dohyo gilt als heiliger Raum, in dem die Götter anwesend sind – deshalb betreten nur Rikishi ihn barfuß, und Frauen dürfen ihn traditionell nicht betreten.
Siehe hierzu (Video):
Hier sieht man, wie der Trainings-Dohyo neu gebaut wird (Credit: Tatsunami-beya):
Dohyo-iri 土俵入り
„Eintreten in den Dohyo“ oder „Dohyo-Einmarsch“
Die feierliche Einmarsch-Zeremonie der Rikishi auf den Dohyo vor Beginn der eigentlichen Kämpfe an jedem Turniertag. Die Ringer der gleichen Ranggruppe betreten nacheinander den Ring, klatschen in die Hände, heben die Arme, stampfen mit den Füßen und zeigen so ihre Stärke und Respekt gegenüber den Göttern und dem Publikum. Besonders eindrucksvoll ist die Dohyo-iri der Yokozuna, bei der er mit seinem Tsuna (dem dicken Zeremonialseil) und begleitet von zwei Tsukebito (Helfern) auftritt – eine der schönsten und traditionellsten Szenen im Sumo.

G
Gunbai 軍配
„Armee-Fächer“ oder „Heeres-Kommandozeichen“
Der Gunbai ist der traditionelle Fächer des Gyoji, mit dem er den Kampf leitet, Techniken ansagt und das Ergebnis verkündet. Ursprünglich war er ein militärisches Kommandozeichen, heute besteht er meist aus lackiertem Holz oder Metall und trägt auf der einen Seite den Namen des Gyoji und auf der anderen oft einen Shinto-Spruch oder das Familienwappen.
Der Gyoji zeigt mit der Gunbai-Seite nach oben oder unten an, welcher Rikishi gewonnen hat; bei strittigen Entscheidungen kann er die Gunbai hochhalten und eine Beratung der Shimpan (Kampfrichter) einfordern. Zudem wird das Gewinngeld, Kenshokin, überreicht.

Gyoji 行司
„der, der die Dinge ausführt/verwaltet“ oder „Verwalter/Ausführer des Amtes“
Der Gyoji ist der Schiedsrichter im Dohyo, der den Kampf leitet, die Techniken ansagt, den Ablauf überwacht und das Endergebnis verkündet. Er trägt prächtige, farbenprächtige Kleidung im traditionellen Samurai-Stil (einschließlich eines hohen Hutes namens Eboshi) und nutzt seinen Gunbai-Fächer, um den Sieger anzuzeigen. Es gibt verschiedene Rangstufen bei den Gyoji – der höchste Rang ist der „Tate-gyoji“, der die wichtigsten Kämpfe der Makuuchi-Division leitet und oft einen eigenen Künstlernamen trägt (z. B. Kimura Shonosuke oder Kimura Tamajiro).

H
Hakkeyoi はっけよい
„Gib Gas!“ oder „Mach Druck!“ oder „Zeig deinen Kampfgeist!“
„Hakkeyoi!“ (manchmal auch „Hakkiyoi!“ geschrieben) ist der berühmte Anfeuerungsruf des Gyoji während eines Sumo-Kampfes.
Der Gyoji ruft ihn mehrmals laut und energisch, um die beiden Rikishi zum Kämpfen aufzufordern – besonders wenn sie sich nach dem Tachi-ai lange im Klammergriff halten oder nicht richtig vorankommen.
Zusammen mit „Nokotta!“ gehört „Hakkeyoi!“ zu den markantesten und mitreißendsten Lauten im Sumo und wird von den Zuschauern oft laut mitgerufen.
Heya 部屋
„Raum“ oder „Zimmer“
Steht im Sumo für den gesamten Trainings- und Lebensort. In einer Heya leben die Rikishi wie in einer großen Familie zusammen. Die Jüngeren kümmern sich um den Haushalt und die Älteren, während alle gemeinsam das intensive Morgen-Training absolvieren.
Alle Rikishi unter Sekitori-Rang müssen im Heya wohnen. Verheiratete Sekitori dürfen außerhalb des Heya wohnen.
Honbasho 本場所
„Haupt-Turnier“ oder „echtes Turnier“
Bezeichnet die sechs offiziellen großen Sumo-Turniere pro Jahr, die von der Japan Sumo Association ausgerichtet werden (Januar/Initial, März/Frühling, Mai/Sommer, Juli/Nagoya, September/Herbst und November/Kyushu).
Nur die Ergebnisse eines Honbasho zählen für die neue Banzuke, Auf- und Abstiege sowie Preisgelder. Jedes Honbasho dauert 15 Tage und findet in festen Städten statt
I
Ichimon 一門
„Tor“ oder „Familie/Clan“
Eine Gruppe von miteinander verbundenen Sumo-Ställen (Heya), die als eine Art erweiterte Familie oder Clan organisiert sind. Derzeit gibt es fünf Ichimon: Dewanoumi, Nishonoseki, Takasago, Tokitsukaze und Isegahama – jede trägt den Namen des führenden Hauptstalls (Honke), während die anderen als Zweigställe (Bunke) gelten.
Die Ichimon kooperieren bei gemeinsamen Trainings (Ichimon-geiko), Personaltransfers und haben Einfluss auf die Japan Sumo Association, da jedes Ichimon mindestens einen Vertreter im Vorstand stellt; früher kämpften Rikishi aus demselben Ichimon nicht gegeneinander im Turnier.
J
Jinku 甚句 / Sumo-Jinku
„starker Vers“, „exzessiver Vers“ oder „lebhafter Vers“
Traditionelle, rhythmische Sumo-Lieder, die von den Rikishiselbst gesungen werden – meist auf Jungyo-Tourneen, bei Feiern oder nach dem Training.
Die Texte sind oft humorvoll, erzählen von harten Trainingstagen, dem Leben im Stall, Sehnsucht nach zuhause oder loben bestimmte Rikishi und Oyakata. Der Gesang erfolgt im Chor, begleitet von rhythmischem Händeklatschen oder Trommeln.
Sumo-Jinku ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen die sonst so disziplinierten Rikishi laut, ausgelassen und emotional werden dürfen. Es stärkt den Zusammenhalt in der Heya und sorgt auf Jungyo für eine entspannte, mitreißende Stimmung beim Publikum.
Jonidan 序二段
„zweite Stufe“ oder „zweite Ebene“
Die zweit-niedrigste Division, unter Sandanme und über Jonokuchi.
Sie umfasst hauptsächlich junge Rikishi, die gerade aus der untersten Division aufgestiegen sind, sowie Rikishi, die sich nach Verletzungen oder schlechten Leistungen wieder nach unten gearbeitet haben. Jonidan-Kämpfer treten meist am ersten oder zweiten Tag des Turniers frühmorgens an; es gibt keine eigenen Preisgelder oder besonderen Privilegien – der Aufstieg in Sandanme ist das erste große Ziel für Nachwuchs-Rikishi.
Jungyo 巡業
„Rundreise“ oder „Provinztour“
Bezeichnet die regionalen Ausstellungstourneen der Rikishi, die zwischen den offiziellen Honbasho stattfinden (meist im April, August, Oktober und Dezember).
Auf diesen Touren reisen die Rikishi durch ganz Japan (manchmal auch ins Ausland), um Sumo in Regionen zu präsentieren, die weit von den großen Turnierstädten entfernt liegen – das Ziel ist die Förderung des Sumo, die Gewinnung neuer Fans und die Pflege der Unterstützung vor Ort.
Im Gegensatz zu den Honbasho sind die Kämpfe auf Jungyo eher show- und unterhaltungsorientiert: Es gibt lockere Matches, gemeinsames Training (Keiko), Shokkiri (komische Vorführungen verbotener Techniken), Sumo-Jinku (traditionelle Lieder) und oft die Möglichkeit für Fans, mit den Rikishi zu interagieren, Fotos zu machen oder Autogramme zu bekommen.
Juryo 十両
„zehn Ryo“
Die zweithöchste Division im professionellen Sumo, direkt unter der Elite-Division Makuuchi. Der Name bezog sich historisch auf das Gehalt von zehn Ryo Silber pro Turnier.
Sie besteht aus 28 Rikishi (14 Ost, 14 West), die alle 15 Tage im Turnier kämpfen und bereits als Vollprofis gelten: Sie erhalten ein monatliches Gehalt, haben eigene Betreuer (Tsukebito) und dürfen den Oicho-mage (den großen Ginkgo-Knoten) tragen.
Ein gutes Abschneiden in Juryo führt zum Aufstieg in die Makuuchi-Division, während schlechte Leistungen den Abstieg in Makushita bedeuten – viele Rikishi betrachten den Sprung nach Juryo als den entscheidenden Durchbruch in ihrer Karriere.
K
Kachi-koshi 勝ち越し
„Sieg-Überschreiten“.
Bezeichnet (z.B.) das Erreichen von mindestens 8 Siegen in einem Honbasho.
Es gilt als positives Ergebnis für jeden Rikishi: In den unteren Divisionen sichert es den Aufstieg auf der Banzuke, in den höheren Rängen bringt es Stabilität oder sogar Aufstiegschancen.
Das Gegenteil ist Make-koshi (mindestens 8 Niederlagen). Ein Rikishi mit genau 7-8 steht „mittel“ (Nakachi) und bleibt meist auf dem gleichen Rang.
Kadoban 角番
„in der Ecke stehen“
Beschreibt die gefährliche Situation eines Ozeki, der im vorherigen Turnier Make-koshi (mindestens 8 Niederlagen) hatte.
In diesem Fall muss der Ozeki im aktuellen Honbasho unbedingt Kachi-koshi (mindestens 8 Siege) erreichen, um seinen Rang zu verteidigen. Schafft er das nicht, wird er automatisch zum Sekiwake abgestuft.
Kadoban ist eine der stressigsten Situationen im Sumo, da der Rangverlust öffentlich und prestigeträchtig ist – viele Rikishi kämpfen in Kadoban-Turnieren besonders motiviert oder vorsichtig
Keiko 稽古
„das Alte betrachten“ oder „über die alten Dinge nachdenken“
Die allgemeine Bezeichnung für das tägliche Training der Rikishi im Heya. Es umfasst alle Übungen wie Shiko, Teppo, Matawari, Butsukari-geiko (Stoß- und Drucktraining mit Partner), Übungskämpfe (Moshiai) und Technikschulung – meist beginnt das Keiko bereits um 5–7 Uhr morgens und dauert mehrere Stunden.
Das Keiko ist extrem hart, hierarchisch organisiert (höherrangige Rikishi trainieren länger und intensiver) und bildet das Fundament jeder Sumo-Karriere. Ohne konsequentes Keiko ist weder Aufstieg noch Ranghalt möglich.
Siehe hierzu (Video):
In diesem Video des Tatsunami-beya gewinnt man einen kleinen Eindruck vom Keiko (Credit: Tatsunami-beya):
Kenshokin 懸賞金
„ausgelobtes Preisgeld“ oder „aufgehängtes Belohnungsgeld“
Das Preisgeld, das von Sponsoren (meist Unternehmen, aber auch Privatpersonen) für bestimmte Makuuchi-Kämpfe gestiftet wird und dem Sieger nach dem Kampf überreicht wird.
Vor dem Kampf werden die Namen der Sponsoren angekündigt und ihre bunten Kensho-hata (Werbeflaggen) vom Yobidashi einmal um den Dohyo getragen; der Gyoji übergibt dem Gewinner nach der Siegesverkündung die weißen Umschläge mit dem Baranteil.
Aktuell beträgt eine Kensho-Einheit etwa 70.000 Yen (davon erhält der Rikishi sofort ca. 30.000–60.000 Yen in bar – je nach aktuellem Stand – der Rest wird als Gebühr und Rücklage für Steuern/Retirement einbehalten). Besonders populäre Kämpfe (z. B. mit Yokozuna) können Dutzende solcher Umschläge bringen.
Kesho-mawashi 化粧廻し
„geschmückter Mawashi“
Der prächtige, stark verzierte Zeremonial-Mawashi, den Rikishi der Makuuchi-Division (vor allem Sanyaku und obere Maegashira) bei der Dohyo-iri und anderen feierlichen Anlässen tragen.
Im Gegensatz zum normalen Kampf-Mawashi ist er aus schwerer Seide gefertigt, reich bestickt mit aufwendigen Motiven (Drachen, Berge, Schriftzeichen, Familienwappen etc.), oft mit Gold- und Silberfäden und hat lange, farbige Fransen (Sagari). Jeder Kesho-mawashi ist ein Unikat und kostet mehrere Millionen Yen.
Er wird nur zur Zeremonie getragen und nicht zum Kämpfen verwendet – nach der Dohyo-iri ziehen die Rikishi den normalen, schlichten Kampf-Mawashi an.

Kimarite 決まり手
„Entscheidungstechnik“
Die offiziellen Gewinntechniken im Sumo, mit denen ein Rikishi den Kampf beendet. Die Japan Sumo Association erkennt derzeit 82 verschiedene Kimarite an (Stand 2026), die nach dem Kampf vom Gyoji und den Kampfrichtern festgelegt und später in der offiziellen Statistik erfasst werden. Die häufigsten Kimarite sind Oshidashi (Herausstoßen mit den Händen), Yorikiri (Herausdrücken am Mawashi), Tsukidashi (Herausstoßen mit Stößen) und Uwatenage (Überhand-Wurf); es gibt aber auch sehr seltene und spektakuläre Techniken wie Koshikudake oder Sokubaku.
Eine Übersicht findet sich HIER.
Komusubi 小結
„kleiner Knoten“ oder „kleiner Zusammenfasser“
Der vierthöchste Rang im Sumo und der niedrigste der Sanyaku-Ränge (zusammen mit Sekiwake, Ozeki und Yokozuna). Ein Komusubi kämpft in der Makuuchi-Division und genießt bereits einige Privilegien wie eigene Tsukebito (Helfer) und höhere Preisgelder, hat aber noch keine so starke Kadoban-Absicherung wie ein Ozeki. Um Komusubi zu werden oder zu bleiben, braucht ein Rikishi in der Regel starke Leistungen (meist 8 oder mehr Siege) in den Rängen Maegashira oder Sekiwake – ein gutes Turnier als Komusubi kann direkt zum Aufstieg nach Sekiwake führen.
Kyujo 休場
„Abwesenheit“ oder „Nicht-Teilnahme“
Bezeichnet, wenn ein Rikishi ein komplettes Turnier (Honbasho) oder Teile davon aussetzt.
Die häufigsten Gründe sind Verletzungen, Krankheiten oder gelegentlich auch private Angelegenheiten; bei Kyujo wird der Rikishi mit 0-0-15 (keine Kämpfe) in die Ergebnisliste eingetragen und erleidet in der Regel einen deutlichen Abstieg auf der nächsten Banzuke.
In den oberen Rängen (besonders bei Ozeki und Yokozuna) wird wiederholtes Kyujo kritisch gesehen, da von den höchsten Rangträgern erwartet wird, dass sie möglichst regelmäßig antreten.
M
Maegashira 前頭
„vorderer Kopf“ oder „der, der vorne den Kopf hat“
Die Bezeichnung für alle Rikishi der Makuuchi-Division, die nicht zu den Sanyaku-Rängen gehören.
Sie bilden den Großteil der höchsten Division (meist Rang 1 bis 15 oder 17 Ost und West) und kämpfen täglich gegen Sanyakuund untereinander.
Ein Maegashira mit sehr guten Leistungen (z. B. 10–12 Siege oder ein Yusho) kann direkt in die Sanyaku-Ränge aufsteigen – der höchste erreichbare Rang ist Maegashira 1 East oder West.
Maezumo 前相撲
„Vor-Sumo“
Die allererste offizielle Prüfung für neue Rikishi, die gerade in einen Sumo-Stall (Heya) eingetreten sind.
Sie findet an den ersten beiden Tagen jedes Honbasho statt, bevor die eigentlichen Turnierkämpfe beginnen. Die neuen Rikishi (meist Teenager) kämpfen dabei jeweils 3–4 Kämpfe gegen andere Neue oder sehr niederrangige Jonokuchi-Rikishi– die Ergebnisse zählen jedoch nicht für die Banzuke. Wer Maezumo erfolgreich absolviert, steigt direkt in die unterste Division Jonokuchi auf und wird offiziell als Profi-Rikishi anerkannt. Es ist der erste echte Schritt in die Sumo-Welt.
Make-koshi 負け越し
„Niederlagen-Überschreiten“
Bezeichnet das Erreichen von mindestens 8 Niederlagen in einem Honbasho.
Es gilt als negatives Ergebnis: In den unteren Divisionen führt es meist zum Abstieg auf der Banzuke, in den höheren Rängen kann es den Verlust von Rang oder Kadoban-Situationen auslösen.
Das Gegenteil ist Kachi-koshi (mindestens 8 Siege). Ein Rikishi mit genau 7 Siegen und 8 Niederlagen steht „mittel“ und bleibt in der Regel auf dem gleichen Rang.
Makushita 幕下
„unter dem Vorhang“
Die dritthöchste Division im professionellen Sumo und liegt direkt unter Juryo.
Sie umfasst in der Regel 120 Rikishi (aufgeteilt in Makushita 1 bis etwa 60+), die alle 7 Kämpfe pro Turnier bestreiten. Die oberen Ränge (Makushita 1–15) kämpfen oft gegen Juryo–Rikishiund haben gute Chancen auf den Aufstieg in die Juryo-Division bei starken Leistungen (meist 4 oder mehr Siege).
Makushita gilt als die „Schlüssel-Division“ für den professionellen Durchbruch: Hier trennen sich die Wege der vielversprechenden Talente von denen, die es nicht schaffen – viele Rikishiverbringen Jahre in Makushita, bevor sie (oder ohne je) Juryo erreichen.
Makuuchi 幕内
„innerhalb des Vorhangs“
Die höchste Division im professionellen Sumo und die Elite-Klasse der Rikishi.
Sie besteht aus maximal 42 Kämpfern, die in die Sanyaku-Ränge und die Maegashira-Ränge (1 bis ca. 15/17) unterteilt sind. Nur Makuuchi–Rikishi kämpfen in den letzten Tagen des Turniers, erhalten die höchsten Preisgelder und haben die größten Chancen auf Kenshokin und Yusho.
Der Aufstieg aus Juryo in die Makuuchi gilt als der große Karriere-Durchbruch; ein Abstieg zurück nach Juryo wird als schwere Rückschlag betrachtet.
Mawashi 廻し
Der schwere, seidene Gürtel, den jeder Rikishi während des Kampfes und Trainings trägt – das zentrale Kleidungsstück und wichtigste „Werkzeug“ im Sumo.
Er besteht aus ca. 9–13 Metern fest gewebter Seide, wiegt etwa 8–10 kg (bei Wettkampf-Mawashi) und wird mehrmals um die Hüfte gewickelt und fest verknotet.
Am eigentlichen Mawashi sind die Sagari (die herabhängenden Fransen vorne, die nur dekorativ sind) angebracht.
Ein Rikishi darf seinen Gegner nur am Mawashi packen (keine Haare, keine Ohren, keine Finger), weshalb Griffe am Mawashi (Yorikiri, Uwatenage usw.) die häufigsten Kimarite sind.
Matta 待った
„Warte!“
„Matta!“ ist der Ruf des Gyoji, wenn ein Tachi-ai ungültig war.
Es bedeutet „Warte!“ und wird gerufen, wenn einer der Rikishi zu früh startet, die Shikiri-Linien nicht richtig einhält, den Gegner behindert oder wenn der Start nicht gleichzeitig erfolgt.
Nach einem „Matta!“ müssen beide Rikishi zurück in die Shikiri-Position gehen und die Vorbereitung (inklusive Chikaragami und Chikara-mizu) erneut durchführen. Zu viele Mattas in Folge können den Kampf verzögern und werden von den Zuschauern oft mit Stöhnen oder Gelächter quittiert.
Mono-ii 物言い
„über die Angelegenheit sprechen“
Mono-ii ist die offizielle Beratung der Shimpan (Kampfrichter), wenn eine Kampfentscheidung des Gyoji strittig ist.
Während eines Mono-ii verlassen die fünf Shimpan ihre Plätze, besprechen die Situation (oft mit Videobeweis) und fällen eine endgültige Entscheidung. Der Gyoji muss sich dieser Entscheidung beugen.
N
Nokotta 残った
„er ist noch da“
Einer der charakteristischen Rufe des Gyoji während eines laufenden Kampfes.
Der Gyoji ruft es wiederholt, wenn die Rikishi sich bewegen oder ringen, um ihnen mitzuteilen: „Ihr seid beide noch im Dohyo – der Kampf ist noch nicht entschieden!“ Es soll die Kämpfer anspornen weiterzumachen und signalisiert besonders dem Verteidiger, dass er noch nicht verloren hat.
Zusammen mit „Hakkeyoi!“ (oder „Hakkiyoi!“) gehört „Nokotta, nokotta!“ zu den bekanntesten und energischsten Anfeuerungsrufen im Sumo und ist für Zuschauer ein Markenzeichen spannender Kämpfe.
O
Oicho-mage 大銀杏髷
„großer Ginkgo-Haarknoten“
Der Oicho-mage ist der prächtige, fächerartig ausgebreitete Ginkgo-Blatt-Knoten, die festlichste und aufwendigste Form des Chonmage.
Er wird ausschließlich von Sekitori bei offiziellen Anlässen, der Dohyo-iri und während der Kämpfe getragen und symbolisiert den Status als Vollprofi.
Das Haar wird mit Bintsuke-Öl steif gemacht, zu einem hohen Knoten gebunden und dann kunstvoll zu einem großen, flachen Fächer geformt, der wie ein Ginkgo-Blatt aussieht – eine Frisur, die nur erfahrene Tokoyama in bis zu einer Stunde binden können.

Okami-san 女将さん
Die Ehefrau des Oyakata (Stallmeisters) und damit die „Hausherrin“ eines Sumo-Stalls (Heya).
Sie ist eine der wichtigsten Personen im Stallalltag und übernimmt praktisch alle nicht-coachenden Aufgaben: Sie kümmert sich um die Finanzen, die Organisation von Veranstaltungen und Feiern, die Betreuung der Nachwuchs-Rikishi, das Chanko-Kochen (oft in Zusammenarbeit mit den Chanko-ban), die Unterstützung bei Verletzungen und die Pflege der Kontakte zu Sponsoren und Fans.
Viele junge Rikishi sehen in ihr eine Art Ersatzmutter – sie spendet Trost, gibt Lebensratschläge, mahnt bei Disziplin und hält den gesamten „Familienbetrieb“ Heya am Laufen, während der Oyakata sich hauptsächlich auf das Training konzentriert.
Oss! おっす!
„Oss!“ ist der kurze, kräftige Gruß und die allgemeine Bestätigung, die im Sumo-Alltag ständig benutzt wird.
Rikishi sagen „Oss!“ zueinander als Begrüßung, zum Anfeuern, als Antwort auf Anweisungen des Oyakata oder Tokoyama, beim Training, wenn sie einen Befehl verstanden haben oder um Respekt auszudrücken. Es ist eine stark verkürzte und maskuline Form von „Ohayo gozaimasu“ oder „Onegai shimasu“. Der Ruf klingt hart und energisch, wird laut und mit fester Stimme gesprochen und gehört zu den charakteristischsten Lauten im Sumo-Stall – man hört ihn hunderte Male am Tag.
Oyakata 親方
„Elternteil“ oder „Vaterfigur“
Der Stallmeister und verantwortliche Leiter eines Sumo-Stalls (Heya).
Er ist in der Regel ein ehemaliger erfolgreicher Rikishi (oft ein ehemaliger Sekitori), der nach seinem Rücktritt den Stall übernommen oder gegründet hat und nun das Training, die Disziplin, die Technik und die gesamte Erziehung der Rikishileitet.
Nur Oyakata dürfen neue Rikishi aufnehmen, sie ausbilden und haben das Recht, selbst als Trainer oder Kampfrichter (Shimpan) in der Japan Sumo Association zu arbeiten. Viele Oyakata tragen auch den Namen ihres Stalls als eigenen Künstlernamen (z. B. Takasago Oyakata).
Ozeki 大関
„Große Barriere“ oder „Großer Pass“.
Der zweithöchste Rang im Sumo, direkt unter dem Yokozuna, und gehört zu den Sanyaku-Rängen.
Um zum Ozeki befördert zu werden, braucht ein Rikishi in der Regel mindestens 33 Siege in drei aufeinanderfolgenden Turnieren (meist als Sekiwake oder Komusubi).
Ein Ozeki genießt hohes Prestige, ein festes monatliches Gehalt und besondere Privilegien, muss aber auch höhere Erwartungen erfüllen. Bei anhaltend schlechten Leistungen (z. B. mehrere Make-koshi) gerät er in die Kadoban-Situation und muss im nächsten Turnier mindestens Kachi-koshi erreichen, um den Rang zu halten – bei wiederholtem Versagen droht der Abstieg.
R
Rikishi 力士
„starker Mann“ oder „Kraftmann“
Die offizielle und gebräuchlichste Bezeichnung für einen professionellen Sumo-Ringer.
Alle aktiven Kämpfer in den sechs Divisionen (Makuuchi bis Jonokuchi) werden so genannt, unabhängig von ihrem Rang oder ihrer Erfahrung. Der Begriff unterstreicht die körperliche Stärke, das harte Training und die disziplinierte Lebensweise, die für das Sumo erforderlich sind.
Ryogoku Kokugikan 両国国技館
„Nationale Kunst-/Technik-Halle von Ryōgoku“
Die wichtigste und bekannteste Sumo-Arena in Tokio. Sie gilt als das „Zuhause des Sumo“.
Sie wurde 1985 eröffnet, fasst über 11.000 Zuschauer und beherbergt drei der sechs jährlichen Honbasho (die Turniere im Januar, Mai und September).
Im Gebäude befindet sich auch das Sumo-Museum (Sumo Hakubutsukan), das Geschichte, Artefakte und Ausstellungen zum Sumo zeigt.
Der gesamte Stadtteil Ryogoku rund um die Arena ist das Zentrum der Sumo-Welt: Viele Heya (Ställe) liegen in der Nähe, es gibt zahlreiche Chanko-Restaurants und die Atmosphäre ist während der Turniere besonders intensiv.

S
Sagari 下がり
„das Herabhängende“
Die 5 bis 7 kurzen, steifen Fransen aus geflochtener Seide, die vorne am Mawashi herabhängen und dekorativ wirken.
Sie dienen nicht nur der Optik, sondern haben auch eine praktische Funktion: Sie sollen den Gegner beim Greifen behindern und erschweren es, den Mawashi direkt zu packen.
Während des Kampfes fliegen die Sagari oft dramatisch durch die Luft – ein Rikishi mit vielen oder besonders langen Sagari wirkt besonders imposant. Im Gegensatz zum Mawashiselbst sind die Sagari nur bei offiziellen Kämpfen und Zeremonien angebracht und werden vor dem Training meist abgenommen.
Sandanme 三段目
„dritte Stufe“
Die vierthöchste Division im professionellen Sumo, sie liegt zwischen Makushita und Jonidan.
Sie umfasst in der Regel rund 200 Rikishi, die alle 7 Kämpfe pro Turnier bestreiten. Die oberen Ränge (Sandanme 1–30 oder so) kämpfen oft gegen Makushita–Rikishi und haben realistische Chancen auf den Aufstieg in Makushitabei starken Leistungen (meist 4 oder mehr Siege aus 7).
Sandanme gilt als eine der „langen“ Divisionen, in denen viele Rikishi mehrere Jahre verbringen – hier entscheidet sich oft, ob ein Nachwuchsringer den Sprung in die bezahlten Divisionen (Juryo und Makuuchi) schaffen kann oder nicht.
Sansho 三賞
„drei Preise“
Sansho sind die drei Sonderpreise, die am Ende eines Honbasho an besonders herausragende Rikishi vergeben werden.
Die drei Kategorien sind:
- Shukun-sho (殊勲賞) – Preis für herausragende Leistung (z. B. Sieg über Yokozuna)
- Kanto-sho (敢闘賞) – Preis für Kampfgeist (besonders mutige oder kämpferische Leistung)
- Gino-sho (技能賞) – Preis für Technik (besonders schöne oder geschickte Techniken)
Nur Makuuchi-Rikishi können Sansho gewinnen. Die Preise sind mit 2 Millionen Yen dotiert und gelten als große Ehre.
Sanyaku 三役
„die drei Ränge“
Die Sammelbezeichnung für die vier höchsten Ränge im Sumo: Yokozuna, Ozeki, Sekiwake und Komusubi.
Diese Ränge bilden die absolute Elite der Makuuchi-Division. Rikishi in den Sanyaku-Rängen kämpfen in den letzten, prestigeträchtigsten Matches jedes Turniertages, erhalten deutlich höhere Preisgelder und genießen besondere Privilegien (mehr Tsukebito, bessere Unterkünfte und mehr Medienaufmerksamkeit).
Ein Aufstieg in die Sanyaku gilt als großer Karriereerfolg – besonders der Sprung vom Maegashira zum Komusubi oder Sekiwake wird von Rikishi und Fans als wichtiger Meilenstein gefeiert.
Wer sich hier darüber wundert, dass es 3 Ränge heißt, aber 4 beschrieben werden:
Der Grund liegt in der historischen Entwicklung des Sumo: Der Yokozuna war ursprünglich kein eigener Rang, sondern ein Ozeki, dem eine besondere Lizenz erteilt wurde. Diese Lizenz erlaubte ihm, das Tsuna zu tragen und eine eigene, aufwendigere Dohyo-iri durchzuführen.
Deshalb galten traditionell nurdrei Ränge als die eigentlichen „Sanyaku“: Ozeki – Sekiwake – Komusubi.
Der Yokozuna wurde als eine Art „erweiterter Ozeki“ gesehen und nicht als vierter Rang mitgezählt. Auch wenn er heute klar der höchste eigenständige Rang ist, hat sich der alte Sammelbegriff Sanyaku erhalten.)
Sekitori 関取
„der, der den Pass genommen hat“ oder „der, der den Rang erlangt hat“
Die Sammelbezeichnung für alle Rikishi in den beiden obersten Divisionen: Juryo und Makuuchi.
Sobald ein Rikishi in die Juryo-Division aufsteigt, wird er automatisch Sekitori und genießt damit zahlreiche Privilegien: ein monatliches Gehalt, eigene Tsukebito (persönliche Helfer), den Oicho-mage (den großen Ginkgo-Haarknoten), bessere Unterkunft im Stall und das Recht, bei der Dohyo-iri später am Tag aufzutreten.
Der Sprung vom Makushita in die Sekitori-Ränge gilt als der entscheidende Karriere-Durchbruch – viele Rikishi träumen jahrelang davon, „Sekitori zu werden“.
Sekiwake 関脇
„Seiten-Barriere“ oder „neben der Barriere“
Der dritthöchste Rang im Sumo, er gehört zusammen mit Komusubi, Ozeki und Yokozuna zu den Sanyaku-Rängen.
Ein Sekiwake kämpft in der Makuuchi-Division und steht rangmäßig direkt unter dem Ozeki. Um diesen Rang zu erreichen oder zu halten, braucht ein Rikishi in der Regel starke Leistungen (meist 8 oder mehr Siege) als Komusubi oder Maegashira.
Ein gutes Turnier als Sekiwake (z. B. 10+ Siege oder Yusho) kann direkt zur Beförderung zum Ozeki führen – gleichzeitig ist der Rang noch nicht so abgesichert wie Ozeki, sodass mehrere Make-koshi schnell zum Abstieg führen können.
Shikiri 仕切り
„Abgrenzung“ oder „Vorbereitungsabteilung“
Die Vorbereitungsphase und die geduckte Startposition der beiden Rikishi unmittelbar vor dem Tachi-ai (dem eigentlichen Kampfbeginn).
Die Rikishi hocken sich gegenüber, starren sich an, stampfen mit den Füßen (Shiko), klatschen in die Hände, reiben sich mit Chikaragami (Kraftpapier) ab und versuchen, den optimalen Moment für den Start zu finden. Diese Phase kann mehrmals wiederholt werden und darf maximal vier Minuten dauern (in den oberen Divisionen).
Ein guter Shikiri ist psychologisch sehr wichtig – viele Rikishi versuchen, den Gegner durch Blickkontakt oder Verzögerung aus der Ruhe zu bringen, bevor der Gyoji „Hakkeyoi!“ ruft und der explosive Tachi-ai erfolgt.
Shikiri-sen 仕切り線
„Abgrenzungslinie“ oder „Vorbereitungslinie“
Die zwei parallelen weißen Linien im Zentrum des Dohyo, hinter denen die Rikishi bei der Shikiri-Phase (der Vorbereitung vor dem Kampf) in die Hocke gehen müssen.
Jede Linie ist 90 cm lang und 6 cm breit, der Abstand zwischen den beiden Linien beträgt 70 cm. Sie werden mit weißer Emaillefarbe direkt auf den Lehm gemalt und nach jedem Turniertag vom Yobidashi frisch nachgezogen.
Die Rikishi dürfen die Linien nicht überschreiten, bis beide gleichzeitig die Fäuste auf oder hinter der Linie aufsetzen und der Gyoji den Tachi-ai freigibt – ein Fehlstart oder ein Überschreiten führt zu einer Wiederholung.
Shiko 四股
„Vier-Bein-Übung“
Shiko ist die charakteristische Sumo-Übung, bei der ein Rikishi abwechselnd ein Bein hoch in die Luft hebt und dann kräftig mit dem ganzen Fuß auf den Boden stampft. Sie dient dem Dehnen der Hüft- und Beinmuskulatur, verbessert das Gleichgewicht, stärkt die untere Körperhälfte und wird sowohl als Aufwärmübung als auch als rituelle Handlung vor dem Kampf ausgeführt.
Im Training wird Shiko hunderte Male am Tag wiederholt – oft mit dem lauten Ruf „Yoi!“ oder „Shiko!“ – und gilt als eine der grundlegendsten und wichtigsten Übungen im Sumo, die fast jeder Rikishi schon als Kind lernt.

Shikona 四股名
„Vier-Schenkel-Name“ oder „Bein-Name“
Der offizielle Künstlername, den ein Rikishi während seiner gesamten Profikarriere trägt. Im Gegensatz zum bürgerlichen Namen (der meist geheim gehalten wird) soll die Shikona Kraft, Würde und oft eine Verbindung zu einem bestimmten Ort, einer Region oder einem früheren berühmten Rikishi ausdrücken (z. B. „Hakuho“ = weißer Phönix, „Terunofuji“ = leuchtender Fuji).
Junge Rikishi erhalten ihre erste Shikona meist beim Eintritt in die Heya oder beim Aufstieg nach Makushita/Juryo; höherrangige Rikishi dürfen sie manchmal ändern oder verfeinern, um sie noch eindrucksvoller zu machen. Die Shikona wird auf der Banzuke, bei Ansagen und in allen offiziellen Dokumenten verwendet.
In seltenen Fällen kämpft ein Rikishi auch seine ganze Karriere lang ohne einen solchen Namen. Aktuell zum Beispiel Kazuki Ura oder der frühere Yokozuna Wajima.
Shimpan 審判
„Urteilsprüfer“ oder „Prüfer und Richter“
Die fünf Kampfrichter, die außerhalb des Dohyo an den vier Ecken und einer zusätzlichen Position sitzen und den Kampf überwachen.
Sie bestehen ausschließlich aus ehemaligen Rikishi und tragen traditionelle Hakama und Haori. Bei strittigen Entscheidungen oder wenn der Gyoji unsicher ist, heben sie die Hand und fordern eine Beratung ein, bei der sie gemeinsam das Video oder die Situation besprechen und das endgültige Urteil fällen.
Die Shimpan haben das letzte Wort bei allen kontroversen Situationen – ihre Entscheidung ist endgültig und kann vom Gyoji nicht überstimmt werden.

Shio-maki 塩撒き
„Salzstreuen“ oder „Salzauswerfen“
Der rituelle Salzwurf, den die Rikishi vor jedem Kampf auf dem Dohyo ausführen.
Der Rikishi nimmt mit der rechten Hand eine Handvoll gereinigtes Salz aus einem Holzbehälter am Rand des Dohyo und wirft es hoch in die Luft, um den Kampfplatz zu reinigen, böse Geister zu vertreiben und den Dohyo zu segnen.
Dieser Brauch hat shintoistische Wurzeln und wird von fast allen Rikishi (besonders in den oberen Divisionen) vor dem Shikiri durchgeführ.

Shokkiri 初っ切
„vom Anfang bis zum Ende“ oder „Anfangs-Abschluss“
Shokkiri ist die humorvolle, parodistische Sumo-Vorführung, die vor allem aufJungyo-Tourneen und bei besonderen Veranstaltungen gezeigt wird.
Zwei Rikishi (meist niederrangige oder erfahrene „Schauspieler“) führen absichtlich falsche oder verbotene Techniken vor – sie schubsen sich übertrieben, ziehen am Mawashi, machen komische Gesichter, fallen theatralisch oder brechen andere Regeln – alles mit viel Slapstick und Mimik. Das Ziel ist pure Unterhaltung für das Publikum, besonders für Kinder und Familien. Shokkiri lockert die sonst sehr strenge und traditionelle Atmosphäre auf und zeigt die humorvolle, menschliche Seite der Rikishi.
T
Tachi 太刀
Das traditionelle japanische Langschwert, das der Tachimochi während der feierlichen Dohyo-iri des Yokozuna hinter diesem trägt.
Es symbolisiert den Samurai-Status und die Würde des Yokozuna und ist ein wichtiger Teil der Zeremonie. In der Praxis handelt es sich meist um eine Take-mitsu – ein Schwert mit einer Klinge aus Bambus, das nur optisch echt wirkt und leichter zu tragen ist.
Der Tachimochi hält die Tachi mit ausgestrecktem rechten Arm und folgt dem Yokozuna in das Dohyo.
Tachi-ai 立ち合い
„das Zusammentreffen im Stehen“
Tachiai ist der explosive Start des Sumo-Kampfes, bei dem beide Rikishi gleichzeitig aus ihrer geduckten Startposition nach vorne springen und aufeinanderprallen.
Der Moment des ersten Körperkontakts entscheidet oft schon die Richtung des gesamten Kampfes – ein guter Tachiai kann den Gegner sofort zurückdrängen oder aus dem Gleichgewicht bringen.
Der Gyoji ruft mehrmals „Hakkeyoi!“ („Los!“), bis beide Rikishi gleichzeitig und mit voller Kraft starten; ein verpatzter oder zu früher Tachiai wird als „Mata“ (Fehlstart) gewertet und muss wiederholt werden.
Tachimochi 太刀持ち
„Schwertträger“
Einer der beiden Begleiter, die einen Yokozuna bei seiner feierlichen Dohyo-iri eskortieren.
Er geht direkt hinter dem Yokozuna und trägt das Zeremonialschwert (Tachi) mit ausgestrecktem rechten Arm – eine symbolische Geste, die den Samurai-Status und die Würde des Yokozuna unterstreicht.
Wie der Tsuyuharai ist auch der Tachimochi ein ranghoher Makuuchi–Rikishi (meist aus derselben Heya oder demselben Ichimon).
In der klassischen Formation der Dohyo-iri läuft er als Letzter: Tsuyuharai vorne, Yokozuna in der Mitte mit Tsuna, Tachimochi hinten mit dem Schwert.

Credit: Eckhard Pecher http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Arcimboldo, CC BY 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by/3.0, via Wikimedia Commons
Tegata 手形
„Handabdruck“
Tegata ist das traditionelle „Handabdruck-Autogramm“ eines Rikishi, bei dem der Kämpfer seine Handfläche in rote oder schwarze Tinte drückt und auf einer quadratischen Farbpappe abdrückt, ergänzt durch seine Shikona in Kalligrafie.
Es gilt als besonderes Andenken und Glücksbringer für Fans – die kräftige Hand eines Rikishi symbolisiert Stärke, Schutz und oft Wohlstand oder Erfolg.
Nur Sekitori dürfen offizielle Tegata herstellen; Originale werden meist nicht verkauft, sondern persönlich an enge Unterstützer (Sponsors/Fans) verschenkt, während Kopien oder Nachdrucke bei Turnieren erhältlich sind.

credit: David Dominique PAPILLON, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons
Tokoyama 床山
Der Friseur der Sumo-Welt. Er ist speziell ausgebildet, um den traditionellen Chonmage und vor allem den aufwendigen Oicho-mage (Ginkgo-Knoten) der Sekitori fachgerecht zu binden – eine Kunst, die Jahre der Ausbildung erfordert und mit speziellen Kämmen, Bintsuke-Öl und Papierstreifen durchgeführt wird.
Ein guter Tokoyama ist im Stall hoch angesehen, da der perfekte Haarknoten nicht nur Tradition und Würde symbolisiert, sondern auch praktisch wichtig für die Stabilität während des Kampfes und der Dohyo-iri ist. Die höchsten Tokoyama tragen eigene Künstlernamen (z. B. Tokoyama Joji).
Torikumi 取組
„Zusammenstellung“ oder „Greifen und Zusammenstellen“
Die offizielle Bezeichnung für einen einzelnen Sumo-Kampf bzw. eine Begegnung zwischen zwei Rikishi. Die tägliche Kampfpaarung (wer gegen wen kämpft) wird ebenfalls Torikumi genannt. Die höherrangigen Kämpfe (besonders die späteren Makuuchi-Torikumi) haben die größte Aufmerksamkeit.
Toshiyori 年寄
„der, der sich dem Alter nähert“ – also „Älterer/ Ältester“
Ein ehemaliger Rikishi, der nach seinem Rücktritt einen der 105 offiziellen „Toshiyori-Namen“ (Ältesten-Namen) der Japan Sumo Association erwirbt und damit das Recht erhält, als Stallmeister (Oyakata) eine eigene Heya zu führen oder als Trainer, Shimpan oder in der Verbandsleitung zu arbeiten.
Der Toshiyori-Status ist auf 105 Personen begrenzt und kann nur durch Kauf, Übernahme eines bestehenden Namens oder durch besondere Verdienste erlangt werden. Viele berühmte Oyakata tragen ihren Toshiyori-Namen als offiziellen Titel (z. B. „Takasago Toshiyori“).
Der Begriff „Toshiyori“ wird oft synonym mit „Oyakata“ verwendet, betont aber stärker die Zugehörigkeit zur Gruppe der Sumo-Ältesten, die die gesamte Sumo-Welt verwalten und regeln.
Tsukebito 付人
„zugeordnete Person“
Die persönlichen Helfer und Diener eines Sekitori.
Sie übernehmen im Alltag des Sumo-Stalls fast alle praktischen Aufgaben für ihren „Herrn“: sie helfen beim Anziehen des Mawashi, beim Binden des Chonmage/Oicho-mage, tragen die Tasche, bereiten das Chanko vor, massieren nach dem Training, kümmern sich um die Wäsche und begleiten den Sekitori bei öffentlichen Auftritten.
Ein höherrangiger Sekitori (besonders Ozeki und Yokozuna) kann bis zu 10 oder mehr Tsukebito haben – meist junge, niederrangige Rikishi aus derselben Heya, die durch diesen Dienst Disziplin, Respekt und das Stallleben von der Pike auf lernen.
Tsuna (綱)
Die Tsuna ist das schwere, weiße Zeremonialseil, das ausschließlich ein Yokozuna bei seiner Dohyo-iri trägt und aus dem der Rang seinen Namen ableitet (Yokozuna = „horizontaler Strang/Seil“). Es besteht aus Hanfseilen, wiegt etwa 15–20 kg, ist vorne deutlich dicker und mit fünf Shide (gezackten Papierstreifen, die Blitze symbolisieren) verziert – optisch ähnelt es stark der Shimenawa, die in Shinto-Schreinen heilige Bereiche abgrenzt.
Die Tsuna wird nur zur feierlichen Einmarsch-Zeremonie angelegt (nicht beim Kampf selbst) und symbolisiert Reinheit, Stärke und die spirituelle Verbindung des Sumo mit den Shinto-Göttern. Sie wird traditionell von den Stallmitgliedern des Yokozuna von Hand geflochten und erneuert.
Siehe hierzu (Videos):
Gemeinschaftliche Herstellung der Seile im Tatsunami-beya (credit: Tatsunami-beya):
Gemeinschaftliche Herstellung des Tsuna im Tatsunami-beya (Credit: Tatsunami-beya):
Tsuppari 突っ張り
Tsuppari ist eine aggressive Stoß-Technik im Sumo, bei der der Rikishi seinen Gegner mit schnellen, harten Handflächenstößen gegen Brust, Schultern oder Kinn zurückdrängt.
Es handelt sich um eine der typischsten und effektivsten Offensivtechniken, besonders bei Rikishi mit langer Reichweite und starken Armen.
Im Gegensatz zu Greiftechniken am Mawashi wird beim Tsuppari fast ausschließlich mit offenen Händen gestoßen – ein gut ausgeführter Tsuppari kann den Gegner direkt aus dem Dohyo stoßen (Oshidashi) oder ihn so aus dem Gleichgewicht bringen, dass ein weiterer Angriff leicht fällt.
Tsuyuharai 露払い
„Tautropfenkehrer“ oder „Wegbereiter“
Einer der beiden Begleiter, die einen Yokozuna bei seiner feierlichen Dohyo-iri begleiten.
Er geht dem Yokozuna voraus in den Dohyo, um ihm symbolisch den Weg zu „fegen“ und ihn vor Unheil zu schützen, während der andere Begleiter (Tachimochi) hinter ihm das Zeremonialschwert (Tachi) trägt.
Der Tsuyuharai ist immer ein Makuuchi–Rikishi (meist aus derselben Heya oder demselben Ichimon) und rangmäßig niedriger als der Tachimochi – er verlässt den Dohyo auch als Erster wieder, nachdem der Yokozuna seine Zeremonie beendet hat.
W
Wakamonogashira 若者頭
„Jugend-Oberhaupt“ oder „Jugendleiter“
Ein wichtiger Funktionär der Japan Sumo Association, der vor allem für die Betreuung, Erziehung und Disziplin der jungen Rikishi (meist bis Makushita) verantwortlich ist.
Er ist immer ein ehemaliger Rikishi (meist ehemaliger Juryo oder Maegashira), der nach dem Rücktritt diese Position übernimmt – es gibt nur eine begrenzte Anzahl (ca. 8) solcher Posten. Zu seinen Aufgaben gehören die Überwachung des Keiko der Nachwuchsringer, die Organisation von Maezumo (Vorkämpfen der Neuen), die Unterstützung bei Turnierabläufen und allgemeine Hilfs- und Erziehungsaufgaben im Stall.
Im Stallalltag wird er meist einfach „Kashira“ (Kopf) genannt und gilt als strenge, aber wichtige Autoritätsperson zwischen den jungen Rikishi und dem Oyakata.
Y
Yobidashi 呼出 or 呼び出し
Der Ausrufer und Zeremonienmeister im Sumo, der mit seiner kräftigen, weit tragenden Stimme die Rikishi zum Kampf aufruft.
Er trägt traditionelle Festkleidung (Happi) und benutzt ein hölzernes Klappbrett (Hyoshigi), das er laut klappernd schlägt, während er die Namen der Kämpfer mit langgezogenem, melodischem Ruf ankündigt.
Neben dem Aufrufen der Rikishi trägt der Yobidashi auch die Kensho-hata (Werbeflaggen) um den Dohyo und unterstützt bei verschiedenen Zeremonien – es gibt mehrere Rangstufen, und die besten Yobidashi sind für ihre einzigartige, kraftvolle Stimme bekannt.
Yoisho よいしょ
„los jetzt!“
„Yoisho!“ ist der traditionelle, energische Anfeuerungsruf, den Zuschauer, Stallmitglieder und Fans während eines Sumo-Kampfes laut rufen, um ihren favorisierten Rikishi zu unterstützen.
Der Ruf wird besonders dann laut, wenn ein Rikishi in einer schwierigen Position ist, stark drückt oder einen entscheidenden Wurf oder Stoß versucht – er soll dem Kämpfer zusätzliche Kraft und Motivation geben.
„Yoisho!“ ist einer der mitreißendsten und emotionalsten Laute im Sumo und wird oft zusammen mit Klatschen und Trommeln zu einem gewaltigen Chor.
Yokozuna 横綱
„Großer Champion“
Der Yokozuna ist der höchste und prestigeträchtigste Rang im Sumo.
Der Titel wird nur an außergewöhnlich starke Ozeki verliehen und gilt lebenslang. Von einem Yokozuna wird erwartet, dass er sich würdevoll verhält, regelmäßig Turniere gewinnt und als Vorbild für alle Rikishi dient – bei anhaltend schlechten Leistungen oder wiederholtem Kyujo wird ihm zum Rücktritt geraten.
Der Rang wird symbolisiert durch das Tragen der schweren Tsuna bei der Dohyo-iri, die von den Stallmitgliedern von Hand geflochten wird.

credit: A2B48, CC BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0, via Wikimedia Commons
Yumitori 弓取り
„Bogen-Träger“
Der Rikishi, der nach jedem Turniertag in der Makuuchi-Division die traditionelle Bogenschieß-Zeremonie durchführt.
Mit einem großen, asymmetrischen japanischen Bogen (Yumi) führt er auf dem Dohyo eine elegante, rituelle Tanz- und Schießvorführung vor, bei der er den Bogen mehrmals spannt und symbolisch Pfeile abschießt, ohne tatsächlich zu schießen. Die Zeremonie symbolisiert Sieg, Reinheit und den Dank an die Götter.
Der Yumitori ist immer ein niederrangiger Rikishi aus der Juryo– oder unteren Makuuchi-Division und wechselt fast täglich. Die Position gilt als Ehre und wird oft an vielversprechende junge Talente vergeben.

Credit: RSSFSO, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons
Yusho 優勝
„Gesamtsieg“
Der Sieg eines gesamten Honbasho.
Der Rikishi mit den meisten Siegen am Ende des Turniers gewinnt den Yusho und erhält einen großen silbernen Pokal, ein Preisgeld sowie große Anerkennung.
In der Makuuchi-Division wird bei Punktgleichstand ein Entscheidungskampf ausgetragen.
Ein Yusho ist der größte individuelle Erfolg eines Rikishi pro Turnier. Besonders viele Yusho sind ein wichtiges Kriterium für die Beförderung zum Ozeki oder Yokozuna.






