Im Sumo gibt ofiiziell 82 verschiedene Kimarite – Entscheidungstechniken. Allerdings werden nur ca. 15 wirklich regelmäßig verwendet und machen einen Großteil der Siege aus.
Diese Techniken gehören größtenteils zu den Kihonwaza (Grundtechniken) und dominieren das Sumo, weil sie relativ einfach, effektiv und mit Kraft oder guter Positionierung umsetzbar sind. Diese werden hier zuerst erläutert. Die selterneren kommen unten nach und nach hinzu.
Auf der Seite von NHK gibt es zu jeder Technik ein anschauliches Video:
Die häufigsten Kimarite:
Oshidashi 押し出し
Frontaler Stoß hinaus
Der Sieger drückt den Gegner mit beiden Händen (offene Handflächen) direkt aus dem Ring, ohne ihn am Mawashi zu halten. Es ist eine der grundlegenden Push-Techniken und in modernen Turnieren oft die häufigste oder zweithäufigste.

Yorikiri 寄り切り
Frontales Herausdrücken mit Griff
Der Sieger hält den Mawashi des Gegners fest (meist beidhändig) und drückt oder schiebt ihn rückwärts aus dem Ring. Es ist die klassische „Yotsu“-Technik (mit Gürtelgriff) und historisch die absolut häufigste Kimarite insgesamt. Viele Rikishi mit gutem Griff und Ausdauer gewinnen damit.

Hatakikomi はたき込み
Herunterschlagen
Der Sieger schlägt mit einer oder beiden Händen seitlich oder von oben auf den Gegner (oft auf Schulter oder Arm), sodass dieser das Gleichgewicht verliert und nach vorne oder zur Seite fällt. Es ist eine schnelle, defensive Technik, die besonders bei Ausweichmanövern oder gegen angreifende Gegner funktioniert.

Tsukiotoshi 突き落とし
Stoß hinunter
Der Sieger stößt den Gegner mit den Händen (oft im Tsuppari-Stil) nach unten oder zur Seite, sodass er innerhalb des Rings zu Boden geht. Es kombiniert Stoßkraft mit einem Abwärtselement und ist bei Rikishi mit guter Reichweite beliebt.

Uwatenage 上手投げ
Oberarmwurf
Der Sieger greift den Mawashi des Gegners von außen (über dem Arm) und wirft ihn mit einer Drehbewegung zu Boden. Es ist der häufigste Wurf (Nage) und wird oft aus dem Yotsu-Griff heraus eingesetzt, wenn der Gegner zu stark drückt.

Oshitaoshi 押し倒し
Frontaler Stoß hinunter
Ähnlich wie Oshidashi, aber der Gegner wird nicht hinausgedrückt, sondern direkt im Ring zu Boden gestoßen. Es entsteht meist, wenn der Gegner am Rand steht und nachgibt.

Yoritaoshi 寄り倒し
Frontales Niederdrücken mit Griff
Der Sieger hält den Mawashi und drückt den Gegner rückwärts oder seitwärts zu Boden (oft am Rand). Es ist die „Fall-Variante“ von Yorikiri und war früher extrem häufig, nimmt aber etwas ab.

Hikiotoshi 引き落とし
Herunterziehen
Der Sieger zieht den Gegner mit einer oder beiden Händen nach unten (oft am Arm oder Mawashi), sodass dieser das Gleichgewicht verliert und fällt. Es ist eine defensive Pull-Technik, die gut gegen aggressive Angreifer wirkt.
Tsukidashi 突き出し
Frontaler Stoß hinaus
Der Sieger stößt den Gegner mit ausgestreckten Armen (Tsuppari) aus dem Ring, ohne dauerhaften Gürtelgriff. Es sieht spektakulär aus und kommt bei einseitigen Kämpfen vor, ist aber seltener als Oshidashi, weil der Rand schwer zu überwinden ist.

Okuridashi 送り出し
Hinteres Hinausschieben
Der Sieger geht hinter den Gegner und schiebt ihn von hinten aus dem Ring. Es entsteht oft, wenn der Gegner bereits am Rand ist und versucht auszuweichen oder zu drehen.

Shitatenage 下手投げ
Unterarmwurf
Der Sieger greift den Mawashivon innen (unter dem Arm des Gegners) und wirft ihn mit einer Drehbewegung zu Boden. Es ist der zweithäufigste Wurf nach Uwatenage und wird oft von Ringer mit gutem Untergriff verwendet, besonders wenn der Gegner versucht, von außen zu greifen.

Sukuinage 掬い投げ
Gürtelloser Armwurf
Der Sieger wirft den Gegner mit einem Arm, ohne den Mawashizu halten – meist, indem er den Arm des Gegners oder den Körper untergreift und ihn über die Hüfte oder zur Seite wirft. Diese Technik ist spektakulär und relativ häufig bei technisch versierten Ringer, die keine starke Gürtelposition haben.

Kotenage 小手投げ
Armlock-Wurf (Armdreher)
Der Sieger dreht den Arm des Gegners (oft am Ellenbogen oder Handgelenk) und wirft ihn damit zu Boden. Es sieht aus wie ein Hebelwurf und wird häufig als Konter gegen einen angreifenden Gegner eingesetzt. Besonders beliebt bei kleineren oder technisch starken Rikishi.

Amiuchi 網打ち
Netzschlag
Der Sieger schlägt mit einer Hand von oben auf den Nacken oder Rücken des Gegners, während er ihn mit der anderen Hand zieht oder dreht, sodass dieser fällt. Es ist eine etwas seltener werdende, aber noch regelmäßig vorkommende Tokushuwaza (Spezialtechnik).

Kirikaeshi 切り返し
Umdrehen und Zurückwerfen
Der Sieger dreht den Gegner um die eigene Achse (oft nach einem missglückten Angriff des Gegners) und wirft ihn in die entgegengesetzte Richtung zu Boden. Es ist eine defensive Dreh- und Wurf-Technik, die gutes Timing und Balance erfordert.
Katasukashi 肩透かし
Schulter-Schwung-Niederwurf
Der Sieger platziert eine Hand von innen und eine von außen auf das Schulterblatt seines Gegners, zieht ihn kräftig nach unten und vorne und weicht gleichzeitig selbst zurück, sodass der Gegner vornüber auf die Matte fällt.







