Hoshoryu Kyujo – Der Yokozuna setzt auf Heilung statt auf Zwang

Am 14. Tag des Nagoya Basho 2026 hat Yokozuna Hoshoryu (Tatsunami-beya) den Dohyo verlassen. Der mongolische Yokozuna, der bis zum 13. Tag bei 7 Siegen und 6 Niederlagen stand, hat sich selbst für das Kyujo entschieden. Es ist bereits sein viertes Kyujo in neun Basho als Yokozuna – und ein klarer, mutiger Schritt in Richtung langfristiger Gesundheit.

Was ist passiert?

Nach der Niederlage gegen Atamifuji am 13. Tag hat Hoshoryu seinem Oyakata klar signalisiert, dass er keine „unwürdigen“ Kämpfe mehr bestreiten will. Die Verletzung, die ihn schon im vorherigen Basho zu einem Zwischen-Kyujo gezwungen hatte, war nie richtig ausgeheilt. Diesmal hat sich der Schaden am rechten Oberschenkel (Hamstring) und am inneren Seitenband des rechten Knies (mediale Kollateralbandverletzung) weiter verschlimmert.

Die offizielle Diagnose vom 25. Juli 2026 aus einem Krankenhaus in Toyoake (Aichi) bestätigt: Die Symptome sind aktuell im Verschlechterungsprozess. Die voraussichtliche Heilungszeit liegt bei rund sechs Wochen – mit dem Hinweis, dass sie sich je nach Verlauf noch verlängern kann.

Tatsunami-oyakata hat die Entscheidung, Hoshoryu trotz unvollständiger Heilung von Tag 1 an antreten zu lassen, offen als eigene Fehleinschätzung bezeichnet. Der Oyakata übernimmt Verantwortung und hat sich bei den Fans und dem Nihon Sumo Kyokai entschuldigt. Gleichzeitig betonte er, dass der Druck, als Yokozuna noch ohne Yusho dazustehen, den Körper des Rikishi zusätzlich verhärtet habe.

Auswirkungen auf den Basho

Durch das Kyujo erhielt Ozeki Kirishima (Otowayama-beya) einen Fusen-Sieg. Kirishima lag zu diesem Zeitpunkt mit nur drei Niederlagen noch mitten im Yusho-Rennen.

Der Blick nach vorn

Hoshoryu selbst hat sich den Unterstützern gegenüber entschuldigt und klar gemacht, dass er seinen Körper von Grund auf neu aufbauen will. Die Sommer-Jungyo-Teilnahme hängt vom Heilungsverlauf ab. Das klare Ziel bleibt jedoch das Aki Basho: vollständig genesen und mit neuer Stabilität zurückzukehren.

Tatsunami-oyakata hat angekündigt, den Yokozuna gezielt dabei zu begleiten, den mentalen Druck besser zu kanalisieren und die Vorbereitung konsequenter zu gestalten.

Unser Fazit

Ein Yokozuna, der erkennt, wann der Körper Pause braucht, zeigt Größe – nicht Schwäche. Hoshoryu hat in den vergangenen Basho immer wieder bewiesen, dass er zu den stärksten und technisch elegantesten Rikishi seiner Generation gehört. Jetzt gilt es, ihm den Raum zu geben, den er braucht.

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