Kleines Wissen, großes Sumo

Warum dürfen Rikishi keinen Bart tragen?
Seit Februar 2019 ist es für alle aktiven Rikishi offiziell verboten, einen Bart zu tragen. Das Verbot kam nicht überraschend, sondern ist Teil einer größeren Image-Offensive des Nihon Sumo Kyokai (Japan Sumo Association). Für viele Fans war es zunächst eine kleine Sensation – schließlich hatten einige Rikishi früher während eines Basho bewusst „Glücksbärte“ wachsen lassen.
Die offiziellen Gründe
Das Verbot hat vor allem mit den traditionellen Werten des Sumo zu tun:
- Reinheit des Dohyo Der Kampfplatz ist ein heiliger Ort nach shintoistischer Tradition. Ein Bart wird als potenziell „unrein“ empfunden und würde die rituelle Sauberkeit stören.
- Würdevolles Erscheinungsbild Die Sumo-Association legt großen Wert darauf, dass Rikishi stets gepflegt, diszipliniert und respektabel aussehen. Ein Bart passt nicht zum traditionellen, würdevollen Image des Sports.
- Image und Modernisierung Das Verbot kam zusammen mit strengeren Regeln zu sichtbaren Tattoos, langen Nägeln und unordentlicher Kleidung. Ziel war es, Sumo auch für neue Fans und Sponsoren attraktiver zu machen.
Früher: Der „Lucky Beard“
Vor 2019 gab es Rikishi, die während eines Turniers bewusst nicht rasierten, weil sie abergläubisch an die Glück bringende Kraft eines Barts glaubten. Besonders in der unteren Division war das ein bekanntes Phänomen. Seit dem Verbot gehört dieses kleine Ritual jedoch der Vergangenheit an – heute rasieren sich die Rikishi täglich, oft schon vor dem Morgen-Training.
Wie wird das Verbot durchgesetzt?
Die Oyakata (Stallmeister) achten streng darauf. Bei Verstößen drohen Ermahnungen oder sogar Disziplinarmaßnahmen. Die Regel gilt für alle aktiven Rikishi – vom untersten Jonokuchi bis zum Yokozuna.
Fun Fact: Manche Rikishi haben sehr empfindliche Haut und mussten sich erst an das tägliche Rasieren gewöhnen. Andere wiederum erzählen lachend, dass sie ohne Bart plötzlich „viel jünger“ aussehen.
Kurz gesagt: Das Bart-Verbot ist ein weiteres kleines, aber wichtiges Detail, das zeigt, wie tief Disziplin, Reinheit und Respekt im Sumo verwurzelt sind. Es geht nicht nur um Kraft auf dem Dohyo, sondern immer auch um die Würde der gesamten Tradition.








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