Es gibt traurige Nachrichten aus dem Sumo. Der Sekiwake Wakatakakage, der erst im vergangenen Basho mit einem packenden Playoff-Sieg gegen Ozeki Kirishima seinen zweiten Yusho (Turniersieg) errungen hat, muss das Nagoya Basho (Start: 12. Juli 2026) leider aussetzen. Sein Stallmeister, Arashio Oyakata, bestätigte die Entscheidung am 6. Juli offiziell.
Eine Verletzung mit hohem Tempo
Während eines gemeinsamen Trainings am 1. Juli bei der Sadogatake-Beya klagte Wakatakakage plötzlich über Beschwerden im linken Oberschenkel. Zunächst konnte er noch selbstständig gehen, doch die Schmerzen nahmen rasch zu. Am Nachmittag wurde er mit starken Schmerzen und Übelkeit per Krankenwagen in ein Krankenhaus in Nagoya gebracht. Die Diagnose: Kompartment-Syndrom im Oberschenkel – eine seltene und ernste Erkrankung, bei der Druck im Muskelgewebe die Durchblutung behindert und Nerven sowie Gewebe schädigen kann.
Die Ärzte handelten sofort: Noch am selben Tag erfolgte eine mehrstündige Notoperation. In der Nacht kam es zu anhaltenden Blutungen, sodass am frühen Morgen eine zweite Operation nötig wurde. Wakatakakage lag zunächst auf der Intensivstation und wurde mittlerweile auf eine normale Station verlegt. Sein Zustand hat sich stabilisiert, doch der Operationsbereich bleibt vorerst offen. Weitere Eingriffe zur schichtweisen Naht sind ab dem 7. Juli geplant. Ein Zeitplan für die Entlassung oder die Rückkehr ins Training existiert derzeit nicht.
Arashio Oyakata fasste die Dramatik zusammen: Es sei ein Wettlauf gegen die Zeit gewesen. Eine Verzögerung von nur ein bis zwei Stunden hätte dramatische Folgen haben können. Das Kompartment-Syndrom tritt laut Angaben des Stallmeisters nur bei etwa 1 bis 2 Personen pro 100.000 auf und betrifft im Oberschenkelbereich noch seltener.
Von der Ozeki-Hoffnung zur Zwangspause
Wakatakakage war mit großen Ambitionen ins Nagoya Basho gegangen. Nach seinem starken Comeback als Komusubi (12-3 Rekord) und dem zweiten Yusho seiner Karriere schien der Weg in Richtung Ozeki geebnet. Die Richtlinie für eine mögliche Beförderung – rund 33 Siege in drei Basho auf Sanyaku-Niveau – rückte in greifbare Nähe.
Doch Wakatakakage ist kein Rikishi, der bei Rückschlägen aufgibt. Bereits früher stürzte er nach einer schweren Knieverletzung bis in die Makushita-Division ab – und kämpfte sich beeindruckend zurück bis ins Sekiwake. Genau diese mentale Stärke zeigt er auch jetzt: Am Telefon soll er seinem Oyakata mitgeteilt haben, dass er sich voll auf die Behandlung konzentrieren und sein Bestes geben werde.
Positive Energie für die Genesung
Verletzungen gehören zum harten Alltag im Sumo, doch Fälle wie dieses seltene Syndrom sind selbst in der Welt der Rikishi Ausnahmen.
Sobald es Neuigkeiten zu seiner Genesung gibt, halten wir euch natürlich auf dem Laufenden. Bis dahin wünschen wir ihm eine ruhige und vollständige Heilung – möge er bald wieder mit voller Kraft auf dem Dohyo stehen!








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