Sumo-Preisverleihung 2026: Sansho, Emperor’s Cup & die verrücktesten Sponsor-Geschenke

Gestern, am 24. Mai 2026, ist das Natsu Basho in Tokio zu Ende gegangen – und wieder einmal war der letzte Tag ein absoluter Höhepunkt. Nicht nur, weil Komusubi Wakatakakage (Atsushi Onami) seinen zweiten Karriere-Yusho nach spannendem Playoff gegen Ozeki Kirishima gefeiert hat. Sondern auch, weil die Preisverleihung auf dem Dohyo mal wieder gezeigt hat, wie einzigartig und tief verwurzelt in der Gesellschaft Sumo ist.

Wakatakakage hat nicht nur den Emperor’s Cup in die Höhe gestemmt, sondern auch den Gino-sho (Technikpreis) mit nach Hause genommen. Doch was genau bekommt ein Sumo-Champion eigentlich alles? Hier die komplette Übersicht.

Die drei Sansho – die Sonderpreise für außergewöhnliche Leistungen

Neben dem großen Turniersieg werden in jedem Basho die Sansho vergeben – drei Sonderpreise, die an Rikishi gehen, die besonders herausgestochen sind, ohne den Yusho zu holen (oder manchmal sogar zusätzlich).

1. Gino-sho 技能賞 – Der Technikpreis
Der prestigeträchtigste der drei. Er geht an den Rikishi, der die geschicktesten, saubersten und vielfältigsten Techniken gezeigt hat.
Im Natsu Basho 2026: Komusubi Wakatakakage – und das völlig verdient. Der 32-Jährige aus der Arashio-Beya hat mit seiner eleganten und technisch perfekten Sumo-Art schon wieder alle überzeugt. Für ihn ist es bereits der siebte Technikpreis seiner Karriere!

2. Shukun-sho 殊勲賞 – Der Preis für herausragende Leistung
Wird meist für Siege gegen Yokozuna oder den späteren Turniersieger vergeben – oder für Leistungen, die weit über dem eigenen Rang liegen.
Im Natsu Basho 2026: Kein Shukun-sho vergeben. Die Jury sah keinen Rikishi, der diese besondere Auszeichnung verdient hätte. (Obwohl wir persönlichen Ura diesen Preis verliehen hätten.)

3. Kanto-sho 敢闘賞 – Der Kampfgeistpreis
Für pure Zähigkeit, Einsatz und den Willen, nie aufzugeben. Oft gehen an Neulinge oder Ringer mit vielen harten Kämpfen.
Im Natsu Basho 2026: Zwei Gewinner! Yoshinofuji & Hakunofuji. Beide haben mit beeindruckendem Kampfgeist überzeugt und sich ihren ersten Kanto-sho verdient.

Jeder Sansho-Preis ist mit 2 Millionen Yen (ca. 12.500 €) dotiert – plus schöner Trophäe und Urkunde.

Der große Moment: Der Emperor’s Cup & die klassischen Hauptpreise

Wenn der letzte Kampf vorbei ist und der Yusho-Sieger feststeht, beginnt die eigentliche Zeremonie – und die kann leicht 20 bis 40 Minuten dauern.

Der Emperor’s Cup
Der absolute Star der Show: Ein 1,08 Meter hoher, 29 kg schwerer Silberpokal mit der Chrysantheme des Kaiserhauses. Wakatakakage hat ihn gestern stolz in die Höhe gehoben – sein zweiter nach 2022.
(Mit diesem Cup posiert er für Fotos (auch im Umkleideraum), dann muss er den großen Pokal an die Japan Sumo Association zurückgeben. Stattdessen bekommt er eine kleinere Replik, die er dauerhaft behalten darf.)

Weitere klassische Preise:

  • Die JSA-Meisterschaftsflagge (vom Vorsitzenden der Japan Sumo Association)
  • Der Prime Minister’s Cup
  • 10 Millionen Yen Preisgeld für den Makuuchi-Sieger
  • Verschiedene Trophäen von Städten, Präfekturen und ausländischen Botschaften

Die verrücktesten & praktischsten Sponsor-Geschenke

Hier wird es richtig lustig – und gleichzeitig extrem wertvoll für die ganze Heya.

Jedes Turnier gibt es dutzende Sponsor-Preise, die der Sieger (und oft auch die ganze Stable) jahrelang nutzen kann:

  • Jahresvorrat Reis – 30 Tawara (ca. 1.800 kg!) von der nationalen Bauernvereinigung Zenno
  • 360 Flaschen Sake – von der Ozeki-Brauerei (die berühmten One-Cup-Fläschchen)
  • Jahresvorrat Bier – von verschiedenen Brauereien, gestern z.B. Corona aus Mexiko
  • Miso-Paste, Toilettenpapier, Benzin, Rindfleisch (z. B. aus Miyazaki)
  • Große Plüschtiere, aufblasbare Werbeflaschen oder XXL-Produkte (wie die berühmte Kikkoman-Sojasauce-Flasche oder Hello-Kitty-Katzen in London 2025, die Hoshoryu bekam.)

Diese „lustigen“ Preise sind keineswegs nur Gags – sie sind echte Unterstützung für die Heya. Ein Yusho-Sieger versorgt seine gesamte Heya oft monatelang mit Grundnahrungsmitteln. Deshalb sagt man im Sumo auch: „Ein starker Rikishi ist der Yome-bitsu (Reisbehälter) seiner Heya.

Wakatakakage wird in den nächsten Tagen und Wochen sicher noch einige dieser Preise stolz präsentieren – und seine Arashio-Beya wird davon profitieren.

Warum diese Preisverleihung so besonders ist

Im Sumo geht es nicht nur um den Sieg. Es geht um Anerkennung, Tradition und Gemeinschaft. Die Sansho ehren die, die besonders brillant oder zäh waren. Der Emperor’s Cup ehrt den Besten des Basho. Und die vielen Sponsor-Preise zeigen, wie tief das Sumo in der japanischen Gesellschaft verankert ist – von Brauereien über Bauern bis zu internationalen Firmen.

Wakatakakage hat gestern bewiesen, dass Technik, Erfahrung und pure Leidenschaft am Ende doch gewinnen können. Mit 12-3 und dem Technikpreis im Gepäck hat er sich seinen Platz unter den ganz Großen zurückerobert.


Was denkt ihr? War der Technikpreis für Wakatakakage verdient? Welcher Sponsor-Preis würdest du am liebsten mal sehen? Schreib’s uns in die Kommentare!

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